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Homogenität und Diversität in Communities of Practice

If what makes a community of practice a community is mutual engagement, then it is a kind of community that does not entail homogeneity. Indeed, what makes engagement in practice possible and productive is as much a matter of diversity as it is a matter of homogeneity. Etienne Wenger

In der Soziologie bezeichnet das Attribut homogen Gruppen, die ausschließlich aus Menschen bestehen, die dieselben Eigenschaften (hinsichtlich Geschlecht, Alter, ethnischer, geographischer oder sozialer Herkunft usw.) aufweisen.WikiPedia

 

Wenger beschäftigt sich mit der Frage inwieweit Homogenität und Diversität in CoP von Bedeutung sind und in welchem Zusammenhang dies zu der Idee von wechselseitigem Dialog (so möchte ich „mutual engagement“ hier übersetzen) steht.

Um das obere Zitat zusammenzufassen:

  1. Wechselseitiger Dialog, also die Tatsache, dass man voneinander lernen kann, weil die Wissensschwerpunkte unter den Gruppenteilnehmern verschieden sind, wird als Grundvoraussetzung für eine CoP betrachtet.
  2. Eine Gruppe, in der die Wissensschwerpunkte unter den Gruppenteilnehmern verschieden sind, ist nicht homogen (siehe auch das Wiki-Zitat).
  3. Ein Dialog ist dann produktiv, wenn die Diskussiongruppe sowohl homogen als auch vielfältig ist.

Betrachtet man diese Aussagen, so kann man einen Widerspruch erkennen, denn eine Gruppe kann, streng gesehen, nicht gleichzeitig gleich geartet und unterschiedlich sein. Es wäre aber nicht sehr produktiv, Wengers Aussage als widersprüchlich abzustempeln. Auch ist es wohl nicht Wengers Ziel, eben diese Widersprüchlichkeit aufzudecken.

Vielmehr geht es ihm darum, aufzuzeigen, dass ein Dialog nur dann Früchte trägt, wenn die Mitglieder bis zu einem gewissen Grad ähnlich sind und gleichzeitig bis zu einem gewissen Grad unterschiedlich.

Dies kann auf unterschiedliche Weise zustande kommen:

  1. Homogenität und Diversität sind auf unterschiedliche Ebenen verteilt (z.B.: Alle sind Freunde (Homogenität auf der Interessenebene) aber haben unterschiedliches Wissen (Diversität auf der Kompetenzebene))
  2. Homogenität und Diversität sind als Extreme einer Skala anzusehen, in deren goldener Mitte die optimale Konsistenz für eine fruchtbare Kommunikation liegt (Die Mitglieder haben alle einen gewissen Wissenshintergrund aber unterschiedliche Fachgebiete)

Aus meiner Sicht sollten beide Möglichkeiten wiederum kombiniert werden.

  • Auf der Ebene „Absichten“ sollte absolute Homogenität herrschen, d.h. alle sollten sich dem gleichen Ziel (was die Gruppe angeht) verschrieben haben.
  • Die Beziehungsebene sollte ebenfalls homogen sein, d.h. alle sollten sich gegenseitig mögen oder achten und es sollte keine Untergruppen geben, deren Mitglieder untereinander eine stärkere Freundschaft verbindet als mit dem Rest der Gruppe.
  • Auf der Kompetenzebene sorgt eine ausgewogene Verteilung von Spezialwissen sowie eine gemeinsame Wissensgrundlage für die Produktivität auf inhaltlicher Basis.

Löst man die Widersprüchlichkeit in dem Zitat auf, kann man also sagen, dass Wenger es durch eine korrekte Analyse von ertragreichen Dialogen erlaubt,  auf  die optimale Konsistenz von CoP zu schließen.

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