Startseite > Online Information London > Wirtschaft – Social Media im Unternehmen

Wirtschaft – Social Media im Unternehmen

Neben den Engagements zahlreicher Unternehmen in Social Networks und anderen Anwendungen profitiert auch die interne Kommunikation zunehmend von den neuen Technologien der Social Media. Das Management muss mit einem stetig steigenden Informationsvolumen arbeiten, umfangreichere Prozesse müssen immer schneller abgewickelt werden. Dabei stellen Social Media Tools einige nützliche Funktionen zur Verfügung.

Das Wiki

So lassen sich etwa durch interne Wikis Prozessabläufe oder Best-Practice-Beispiele archivieren. Auch Hintergrundinformationen etwa zum Werdegang des Unternehmens können hier gesammelt werden. Die Artikel können etwa beim Einarbeiten neuer Mitarbeiter oder als Inspirationsquelle für Neuentwicklungen genutzt werden. Durch die Möglichkeit, Artikel untereinander zu verknüpfen, wird zusätzlich Zeit eingespart. Wie beim Wiki üblich, erfolgt die Qualitätskontrolle der Texte kollaborativ, alle Mitarbeiter sind für die Pflege und Weiterentwicklung der Wissenssammlung verantwortlich. Dass sich gerade dieses Tool in der Belegschaft etablieren muss, stellt zwar eine deutliche Akzeptanz-Hürde dar, wird jedoch durch die Bekanntheit der Struktur von Wiki-Software teilweise relativiert. Viele Nutzer werden zumindest den bekanntesten Vertreter der Wiki-Technologie aus dem privaten Gebrauch kennen.

Eine weitere Barrieren ist die natürliche Hemmschwelle, eigenes Wissen der Allgemeinheit preiszugeben bzw. die Angst, sich dadurch ersetzbar zu machen.

Der Vodcast

Zur Weitergabe von Arbeitsabläufen ist auch der Video-Podcast (kurz: Vodcast) geeignet. Mithilfe dieses Tools ist es möglich, auch praktische Abläufe ohne die Notwendigkeit eines statischen Texts weiterzugeben. So helfen sie beim Anlernen neuer Mitarbeiter oder dienen als Gedankenstütze im Falle einer Unsicherheit. Die British Library setzt diese Form der Wissensvermittlung ein.

Der Blog

Auch interne Blogs dienen der Kommunikation zwischen den Mitarbeitern, basieren allerdings auf dem „One to Many“-Prinzip. Daher werden sie verstärkt für Mitteilungen der Führungsetagen an die Belegschaft verwendet. Denkbar sind etwa Artikel über Errungenschaften aus Forschung und Entwicklung oder Weiterbildungsmaßnahmen. Die Hürden bei der langfristigen Etablierung eines Unternehmens-Blogs sind der Zeitaufwand und die Anforderung, stets aktuelle Informationen bereitzustellen. Dafür sind Blogs geeignet, flache Hierarchien zu fördern, da sie einen direkten Kanal zwischen Unternehmensebenen schaffen.

Ein erfolgreiches Beispiel für ein offeneres Blog-System ist der Daimler-Blog, in dem auch Mitarbeiter außerhalb des Führungsstabs Beiträge veröffentlichen können.

Viele weitere Social Media Tools können für die Verbesserung firmen-interner Informationsflüsse verwendet werden. So erweitern Instant Messenger oder Newsgroups das Spektrum der Kommunikationsmedien. Prozess- und Zeitplanung profitieren von Technologien, die von allen Beteiligten genutzt werden können, wie Online-Kalendern oder Systemen zur Organisation von Zuständigkeiten.

Warum Unternehmen Social Media nutzen

Die zunehmende Fülle an Informationen, mit der sich Unternehmen unter anderem durch das Internet konfrontiert sehen, kann nur strukturiert zur Verbesserung der Unternehmensqualität beitragen. Diese Aufgabe müssen alle Mitarbeiter leisten. Die Technologien des Social Web unterstützen diesen gemeinschaftlichen Ansatz. Weiterhin führen vor allem die Tendenz zu flachen Hierarchien und hoher Innovationsdruck zu einem guten Nährboden für die kollaborativen Ideen des Social Web. Gleichzeitig steigt die Bedeutung einzelner Experten im Unternehmen. Es gilt, diese Experten mit allen Mitarbeitern zu vernetzen, um den Zugriff auf ihr Wissen zu garantieren. Firmeninterne Social Networks nach dem Prinzip der Yellow Pages können diesen Vorgang technisch unterstützen.

Die BIALL präsentiert ihr Social-Media-Konzept

Um das Konzept mit dem größten Mehrwert zu generieren, sollten Unternehmen den Grad ihrer internen Vernetzung in erster Linie am eigenen Bedarf messen. Die British & Irish Association of Law Librarians (BIALL) unterstützt mit Social Software beispielweise ihr Innovationsmanagement. Die Vereinigung misst den Dimensionen Kommunikation und Kollaboration dabei große Wichtigkeit bei. Es gehe darum, die Ideen sichtbar zu machen, beschreibt James Mullan (Web Commitee Chair der BIALL) die Grundidee. Im nächsten Schritt müsse geklärt werden, welche Technologien intern und extern eingesetzt werden sollen. Die Rechtsvereinigung setzt die externe Kommunikation via Facebook und LinkedIn primär zur Akquise von neuen Kontakten ein. Ein Engagement bei Twitter sei aufgrund der Nachrichtenkürze eher ungeeignet.

Der Fokus des Social-Media-Konzepts liegt hingegen auf der internen Kommunikation. Hier nutzt die BIALL unter anderem Blogs zur Analyse von Rechtsbeschlüssen. Durch die Möglichkeit, die Beiträge zu kommentieren, entstehe Innovation, erläutert James Mullan. Zudem werden die wichtigsten Informationen unter dem Titel „Key Knowledge Sharing“ in einem Wiki aufbereitet und allen Mitarbeitern zugänglich gemacht. Die Association verfügt weiter über ein eigenes Social Network, das im Intranet zu finden ist. Ein solches Intranet zählt nicht zu Social Media, da es nur als Träger für Social Software fungiert.

Social Media in der Wirtschaftsinformationsbranche

Auch deutsche Unternehmen setzen vermehrt auf die Nutzung von Social Media Tools. So nutzt das Webportal für Firmeninformationen des Unternehmens creditreform intern ein Wiki-System, um akquiriertes Wissen zu archivieren und unnötige Suchen zu vermeiden. Das Wiki dient hier gleichermaßen als Nachschlagewerk für Faktenwissen und als Sammlung für Ansprechpartner. Es bildet unter anderem eine praktische Einstiegshilfe für neue Mitarbeiter.

Zu Pflege und Weiterentwicklung des Wikis sind alle Mitarbeiter angehalten, es gibt jedoch keine Verpflichtung dazu.

Zusätzlich wird eine Mind Map als kollaboratives Tool für das interne Innovationsmanagement eingesetzt. Zuständigkeiten und Ideen werden hier grafisch aufgearbeitet und können über eine Chat-Funktion diskutiert werden. Weiterhin dienen die Werkzeuge „Social Sharing“ und „Social Bookmarking“ der Weitergabe von Webinhalten zwischen den Mitarbeitern.

Vor- und Nachteile von Social Media im Unternehmen

Alle vorgestellten Technologien haben das Potential, Arbeit und Zeit einzusparen – wenn man zuvor beides investiert. So muss das Unternehmen seinen Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, regelmäßig qualitative Beiträge zu verfassen. Dies trifft speziell auf die Anwendung von Blogs und Wikis zu. Letztere müssen zudem geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.

Beides erfordert die Akzeptanz der Mitarbeiter, die unter Umständen erarbeitet werden muss. Social-Media-Konzepte müssen also aus der Überzeugung erwachsen, dass ein funktionierendes System allen Beteiligten nutzt.

Werden diese Barrieren überwunden, sind Social Media Tools eine günstige Maßnahme, um Informationsflüsse und Kommunikationsabläufe im Unternehmen zu verbessern und gleichzeitig die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber zu stärken. Derzeit wird – laut einer Studie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – der allgemein verbesserte Zugang zu Informationen als wichtigster Vorteil gehandelt.

Quellen:

Beuke, A. (18.01.2011). Web 2.0 – Revolution im Wissensmanagement. Wirtschaft-Regional.net, auf http://www.wirtschaft-regional.net/?p=13267.
Burg, T. & Pircher, R. (2006). Social Software im Unternehmen. In: Wissensmanagement 3/06, S. 26-28.
Gust von Loh, S. (2009). Evidenzbasiertes Wissensmanagement. Wiesbaden: Gabler.
Gust von Loh, S. (Januar 2011). Web 2.0 im Wissensmanagement – Vorlesungspräsentation. Düsseldorf.
Möller, S. (15. Juli 2010). Neue Kommunikationsformen im Internet. Abgerufen am 22. Januar 2011 von http://www.telemedicus.info/uploads/Dokumente/Moeller_Kommunikationsinstrumente_Social_Web.pdf
Mullan, J. (30. 11 2010). Using Social Media To Drive Innovation. London: BIALL.
Peters, I. & Stock, W.G. (2007). Kommunikation im Web 2.0: Web 2.0 im Unternehmen. In: Wissensmanagement 4/07, S. 22-24.
Schmidt, H. (18.01.2011). Social Media lohnt sich für Unternehmen. FAZ.NET, auf http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2011/01/18/social-media-lohnt-sich-fuer-unternehmen.aspx.
Aufzeichnungen Online Information 2010: Mullan, J. Using social Media to drive Innovation
http://blog.daimler.de/. Aufgerufen am 25.01.2010.
Advertisements
  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: